Redaktion Bordgeschichten

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ab 14.06.2026 im Onlineshop erhältlich


Erscheint demnächst: BORDGESCHICHTEN XXV
BG 25 BG 25

Liebe Freunde der BORDGESCHICHTEN,

die Arbeiten an unserem Band XXV stehen kurz vor ihren Abschluss. Dessen Inhalt ist bereits gesetzt, nach wenigen Korrekturen steht nur noch der Druck aus. Zum Seeleutetreffen in Reinsberg im Juni kann also dieser letzte Band erworben werden. Die Redaktion der BG steht damit am Ende ihrer Arbeit an fünfundzwanzig Bänden der Reihe. In all den Jahren haben wir uns beständig Gedanken um deren Fortgang gemacht. Wir beenden unsere Arbeit nicht wie andere Unternehmen in diesen Tagen. Wir gehen nicht in die Insolvenz, wir stellen lediglich die Fortsetzung der Reihe ein. Aus guten Gründen, zum einen, weil der Verein bekanntlich zum Jahresende 2026 seine Tätigkeit einstellen wird und verbunden mit diesem altersbedingten Grund die Tatsache, dass auch unsere Autoren und Leser seit 2001 älter geworden sind. Viele der früheren Leser können nicht mehr an unseren Treffen teilnehmen, sie weilen nicht mehr unter uns.

Bis auf wenige, wirklich sehr vereinzelte Nörgler waren unsere Leser stets mit dem Inhalt der BG zufrieden. Außenstehende könnten uns eventuell Ostalgie vorgeworfen haben oder eine nachträgliche Romantisierung der Vergangenheit. Unsere Autoren sahen das anders. Sie schrieben nie aus Sehnsucht nach dem Damals, sondern aus Freude und auch zur Abwehr der eigenen Lebensleistung gegen üble Nachrede.

Jährlich liegen die neu erscheinenden Buchtitel in Deutschland bei einer Zahl zwischen 60.000 und 70.000. Die wenigsten von ihnen sind Bestseller mit einer Auflagenhöhe von 100.000 Exemplaren oder mehr. Verlage freuen sich schon über Auflagen zwischen 1000 und 5000 Büchern. Die BORDGESCHICHTEN erschienen in der Regel in 1200 Exemplaren. Sie lagen damit am unteren Rand dessen, was auf dem Büchermarkt einer Erwähnung wert ist. Allerdings erschienen sie mehr als zwei Jahrzehnte in dieser Auflage. Das machte ihren Erfolg aus. Der Verkaufspreis änderte sich über die Jahre von anfangs 17 DM (8,70 Euro) in 2001 auf nunmehr 15 Euro. Glücklicherweise fand sich immer eine Druckerei, die den Druck zu vertretbaren Kosten übernahm. Der erste Band entstand in den Druckwerkstätten Stollberg und wurde gemeinsam mit der Schiffahrtsgesellschaftlichen Gesellschaft OSTSEE e.V. herausgegeben. Seit Band XII arbeiteten wir für Satz, Gestaltung und Druck mit den Graphischen Werkstätten Zittau zusammen und fanden dort einen Partner, mit dem sich sehr erfolgreich zusammenarbeiten ließ, der die Redaktion bis zum letzten Schliff unterstützte. Dieser letzte Band erscheint nach der Insolvenz der Druckerei in Zittau nun in einer Druckerei in Herrnhut. Auch in dieser Beziehung haben sich die Zeiten geändert. Der Preis von inzwischen 15 Euro würde sich in der Zukunft nicht mehr halten lassen. Und bei damit verbundener sinkender Nachfrage steigen wiederum automatisch die Preise. Dieser Spirale mussten wir ein Ende setzen.

Wir wären froh und dankbar, wenn sich unsere Leser in allen Bänden wiedergefunden hätten. Es muss nicht immer das eigene Werk sein, sondern ein Buch, das eine enorme Wirkung entfaltet, lebensverändernd wirkt und über Jahrzehnte ein treuer Begleiter sein kann. Die BORDGESCHICHTEN passten zu unseren Lesern. Es sind Bände, die sich auf sie beziehen. In persönlichen und gesellschaftlichen Krisenzeiten sind sie ein Rückzugsort gewesen, das Fundament ihres Lebens als Seefahrer. Die Texte unserer Autoren sind aus ihren Erinnerungen heraus entstanden, aus der Biografie von Männern und Frauen aus Fleisch und Blut, und nicht durch Künstliche Intelligenz erschaffen.

Heinz Knobloch schrieb über Kapitän Theodor Maßmann, den Bruder des Rostocker Bürgermeisters Magnus Maßmann: „Von seinen Seefahrten ist nicht viel zu berichten. Das Wesentliche steht bei Melville, bei Joseph Conrad und Jack London. Außerdem dürft ihr in euch selber nachsehen, so ihr das Meer nicht nur als euren Badestrand beurteilt. Jeder gescheite Mensch ist einmal in den dafür geeigneten Jahren zur See durchgebrannt, irgendwo unter Deck gegangen und womöglich schiffbrüchig geworden.“

Es stimmt, tatsächlich verbirgt sich in diesen 0,3 Regalmeter messenden Bänden keine maritime Weltliteratur. Aber es sind Geschichten, die das Leben schrieb, Geschichten, die für manche bei der DSR zur See Gefahrenen zum „Buch meines Lebens“ geworden sind. Unsere Autoren und wir wollten, dass etwas bleibt. DSR-Seeleute verweigern sich auch nach Jahrzehnten noch immer der Ächtung ihrer Erinnerungen. So einfach war das und ist es noch immer.

Nehmt diesen Band XXV mit Andacht zur Hand und erfreut euch an den Texten unserer, diesmal mehr als 30 Autoren. Die Palette ihrer Schilderungen erstreckt sich wieder über viele unterschiedliche Themen. Zur Sprache kommen noch einmal der Katastrophenwinter 1978/79, Knasterfahrungen in Tampico, Geldtransporte nach Burma, Überlandreisen mit der Transibirischen Eisenbahn aus Fernost in die Heimat, Heimreisen aus Afrika nach dem krankheitsbedingten dortigen Absteigen, Landgang in Indien, ein letztes Mal die Äquatortaufe, vermutlich die erste auf einem DSR-Schiff. Reinhard Lachs als einer unserer fleißigsten Autoren berichtet über sein Leben als Fährschiffer, usw. usf.

Seid gespannt! Und schön neugierig bleiben!

 Die Redaktion

Friedrich Seibicke
verantw. Redakteur

Interessierte Leser konnten und können auch weiterhin den Werdegang der BORDGESCHICHTEN auf twitter.com/bordgeschichten verfolgen. Die Arbeit der Redaktion erfolgt kontinuierlich, aber natürlich sind nicht täglich bei diesem mühseligen Klein-Klein Höhepunkte zu vermelden, so dass der Twitter auch mit diesem und jenem „Ballaststoff“ gefüttert werden muss, um nicht zu verhungern. Das bitten wir der Twitter-Redaktion nachzusehen.

Zum Vertrieb der BORDGESCHICHTEN gilt folgendes:

Nutzt für eure Bestellung wie im vergangenen Jahr unseren Bestellshop auf der Homepage www.seeleute.de! Bestellungen für BG XXV sind ab dem 14.06.2026 möglich

Kurt-Werner Langer aus Güstrow wird seine Lieferliste wie bisher abarbeiten. Bitte deshalb keine anderen Bestellungen auslösen, sondern sich mit ihm in Verbindung setzen. Anschriften bzw. Telefonnummer sind bekannt, siehe auch unten.

Interessenten, die das hier nicht lesen können, weil sie keinen Internetanschluss besitzen, werden ganz sicherlich einen Weg finden, sich bei Kurt-Werner Langer zu melden oder sich direkt an den DSR-Seeleute e.V. zu wenden.

Eure Redaktion

DSR-Seeleute,  Sonntag, 01. Februar 2026